Verdonna

Hola, ich bin Maritza.

Die Handarbeiterinnen sind gemeinschaftlich im Kollektiv organisiert und werden von Maritza koordiniert. Maritza ist mit 4 Schwestern in Puno aufgewachsen. Ihre Mutter hat ihr früh das Stricken beigebracht. Mit 15 Jahren besuchte sie bereits erste Fortbildungen und hat dann  BWL studiert. Jetzt gibt sie ihr Wissen an andere Handarbeiterinnen in ihrem Kollektiv weiter. Sie ist selbst Mutter eines Sohnes, für den sie sich wünscht, dass er später an der Universität studiert und mindestens 5 Sprachen spricht. 

Man kann Maritza als wahre Power Frau bezeichnen: Geschäftsfrau, Mutter, Inspirationsquelle. Durch Weiterbildungen und Fleiß haben sie im Kollektiv eine Manufaktur aufgebaut. Sie werden dank Maritzas Vorbild ermutigt, selbstbestimmt zu leben und sich ebenfalls weiterzubilden.

Wie ich Maritza kennen lernte.

Im März begannen meine beiden Auslandssemester in Lima, der Hauptstadt Perus. Mit dem Wissen, dass vielen Menschen im Land der Zugang zu einer ausgebauten Infrastruktur verwehrt bleibt, fühlte ich mich jedoch unwohl an der Privatuniversität, die ich in einem der reichsten Viertel Limas besuchte.

Ich machte mich auf die Suche nach Möglichkeiten dem Wohl der Gesellschaft beizutragen und lernte dann auf einer Veranstaltung rund um das Thema „Nachhaltiges Wirtschaften“ eine Designerin kennen, die sich für peruanische Handarbeiterinnen stark macht und eng mit ihnen zusammen arbeitet.

Ich fing an die Designerin neben dem Studium in ihrem Atelier in Lima zu unterstützen und unternahm Reisen zu den Manufakturen im Andengebiet. Auf diesen Reisen habe ich Maritza und die Handarbeiterinnen, ihre Kultur und ihre Lebensumstände persönlich kennengelernt.

Mit Verdonna wollen wir die Menschen in der Lieferkette sichtbar machen.

Jedes unserer Unikate erzählt die Geschichte der Handarbeiterinnen in Peru. Wir wollen mit unserer Arbeit einen Beitrag dazu leisten, globalen Handel gerechter zu gestalten und die Menschen in der Lieferkette sichtbar zu machen. 

Wir bieten fair produzierte Accessoires, Home-Produkte sowie Kleidung von unabhängigen Kunsthandwerkerinnen aus den peruanischen Anden. Jedes dieser Lieblingsstücke ist ein Unikat und verbindet traditionellen Techniken mit minimalistischem Design. Da wir traditionelle Herstellungsmethoden, fernab von Massenproduktion, für etwas ganz besonderes halten, fertigen wir zu 100% im Ursprungsland.

Frauen zu mehr Eigenständigkeit anregen und befähigen

In Peru herrscht besonders in abgelegenen Gebieten der sogenannte Machismo vor: in der Familie bestimmen die Männer und die Frauen müssen diese Entscheidungen befolgen. Jedoch sind es die Frauen, die den Hauptteil des Haushaltsgeldes durch Handarbeit, Gastronomie und Feldarbeit verdienen. 

Eine einzelne Handarbeiterin kann diese patriarchalische Ordnung nicht in Frage stellen. Maritza ist eine der Handarbeiterinnen, die diese Fremdbestimmung dank ihrer Erziehung, ihrer Fortbildung und ihrer Entschlossenheit überwinden konnte. Ihr wurde ein anderes Mindset in die Wiege gelegt:

“Crecí con 4 hermanas y mi padre siempre nos decía que teníamos que ser independientes de los hombres. Esta es la mentalidad que me gustaría transmitir a las demás artesanas.”

“Ich bin mit 4 Schwestern aufgewachsen und mein Vater hat uns immer gesagt, dass wir unabhängig von den Männern sein müssen. Diese Mentalität möchte ich den anderen Handarbeiterinnen mitgeben.”

Maritza lebt emanzipiert und haushaltet eigenverantwortlich mit ihrem Geld. Durch ihre Kenntnisse in Buchhaltung und Spanisch kann sie das Kollektiv koordinieren.

Durch die zusätzlichen Aufträge können die anderen Frauen mehr Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein entwickeln. Dies ist nur von innen aus dem Kollektiv heraus möglich. Die Frauen inspierieren sich gegenseitig. Verdonna möchte diesen Wandel unterstützen. Gemeinsam mit Partnern vor Ort organisieren wir regelmäßige Fortbildungen, sogenannte “capacitaciones”. Diese Schulungen reichen von Kursen über Steuerrecht bis hin zu Designkursen.